Geschichte.

Es war ein Tag im April...

im Jahre 1986, als Filip und Oli durch Zufall an ein und demselben Gitarrenkurs bei Lyra teilnahmen und schon bald genug hatten vom Rumgezupfe. Gilbert dagegen hatte seinerseits genug vom Klavierspielen, was man an diesem Foto aus dieser Zeit sehr deutlich erkennen kann. Die Lösung des Rätsel lag nahe: Rock'n'Roll.

1986
Ein Freitag im November. Oliver Becher, Filip Overberg, Gilbert Peine und Michael Bönte treffen sich im Keller der Musikschule Münster. Gilbert hat ein verwaistes Schlagzeug entdeckt, die anderen haben ihre Konzertgitarren mitgebracht. Man kennt sich aus der Nachbarschaft und der Schule. Die ersten Songs kennt man aus dem Plattenregal der Eltern und aus dem Gitarrenunterricht: Mrs. Robinson, The Streets of London, The Boxer. Michael steigt aus, weil man sich nicht einigen kann, wer der Sänger sein soll. Die anderen kaufen Elektrogitarren. Die neue Lautstärke macht Mut. Ist das schon Rock'n'Roll? Die Band nennt sich "Gilli's Gospel Group". Erste eigene Songs: der Schweiß-Song, der Alpen-Song. Mit einem Kassettenrekorder wird das "Alpen-Tape" aufgenommen. Es gibt handgemalte T-Shirts dazu. Total irre. Freunde und Eltern reagieren verstört.

1988
Februar. Das erste Konzert. Schulfest des Schlaun-Gymnasiums, Turnhalle. Ein Mädchen kommt nach vorne (für eine Bühne hats nicht gereicht) und umarmt alle drei, weil sie einen Song (Nirvana) "einer bestimmten Person" widmen. Rock'n'Roll macht sexy. Seltsame Setliste: die Wicherts von nebenan, anotherone bites the dust, the monster, nirvana, born to be wild, 99 Luftballons, happy with flowers.

Konzert in der Fürstenbergschule mit Michael Jackson. Der Kassettenrekorder gewinnt. Zornige Schüler drehen den Strom ab und die Band muss flüchten (nur Oliver bleibt cool - wahrscheinlich, weil er nun doch pünktlich zu seinem EM-Spiel nach Hause kommt). Um das als Triumpf begreifen zu können, definiert man sich nun als Underground.

1989
Deutsche Texte. Tomi Fiegehenn kommt als Bassist und Udo als erster Fan dazu. Tomi weist frisurtechnisch neue Wege auf. Die Band nennt sich "the urflut". Neue Helden stehen auf der Speisekarte. Dinosaur jr. statt Queen, Cocteau Twins statt Simon und Garfunkel.

25.02. Der dritte Auftritt, wieder Turnhalle Schlaun. Diesmal aber mit Bühne und mit Gaststar Oliver Wienand am Saxophon. Erste Medienpräsenz: Wolfgang Roth kündigt die Band "sieörflatt oder so ähnlich" in der Schlagerrallye auf WDR 1 an. Das Anzeigenblättchen "rund um" rezensiert wohlwollend.

18.08. Auf dem Marathon-Sportplatz. Von der Jugend für die Jugend. Wiebke schreit "Tomi, zieh sofort das T-Shirt aus!" Nur wenige Eingeweihte wissen, warum. Einen besonders tollen Effekt macht der Fußball, der von außen gegen die Bierzeltwand knallt. Irgendwie der falsche Film. Prost.

Unter falschem Namen in die Leeze eingeschlichen. Keine Gage, wegen zu hoher Getränkerechnung.
Als Gilbert mal nicht da ist, wird das Projekt "allergisch gegen eins" gegründet. Irgendwie sehr avantgardistisch.

1990
Filip fährt nach Indien. Der Rest der Band geht ohne mit der Wimper zu zucken davon aus, dass sie ihren 2. Gitarristen nie wieder sehen werden, und macht kurzer Hand eine neue Band namens "the malter becher hexer hendrix erfahrung" auf. Obskur wird es erst, als sie mit vielen Freunden auf einem rauschenden Fest im Nordpark Filips Beerdigung zelebrieren. Etwas überrascht über Filips Rückkehr aus dem Nirvana wird er als Gast-Gitarrist in die Band aufgenommen.

Europa-Tour mit Interrail-Ticket. Alberne Hüte, Geklimper auf Campingplätzen, Fußball am Strand, Oliver reißt sich ein Band und alle sind froh, zum WM-Finale wieder vorzeitig zu Hause zu sein.
Im Pfarrheim am Katthagen erstes Konzert des neues Coverprojekts "El Gel" (eine von der Tournee mitgebrachte Haargeltube aus Spanien war Taufpate). Zusammen mit den "Thrills". Die Verstärker und Filip wurden im Einkaufswagen nach Hause gefahren.

10.05. Ein letztes Mal im Schlaun. Diesmal als "El Gel" getarnt. Ein Desaster besonders für die anderen Bands. Filip kann den Masterregler nicht finden. Pech auch für Gaststar Martin Höfermann. Er trägt einen goldenen Anzug und spielt das Solo seines Lebens, das leider niemand gehört hat, weil er gar nicht eingestöpselt war. Auf dem Klimax kann er sich nicht mehr halten und fällt von der Bühne. Verhaftung durch den Religionslehrer. Ausnüchterung in der Umkleidekabine.

18.05. Nachwuchswettbewerb im Paul-Gerhard-Haus. Die Band hatte ein großes lilafarbenes Dreieck gebastelt, um das Schlagzeug zu verstecken. Der depri-sound entsetzt Juroren und Publikum.
Obwohl der Hausmeister der Musikschule regelmäßig Weihnachten mit Schnaps und Pralinen bestochen wurde, fliegt die Band aus der Musikschule und probt seitdem im Keller des Jugendzentrums in Berg Fidel. Dort darf Münsters einzige Grufti-Band auch auftreten (09.06.90). Ein Wichtigtuer hat Eier und Tomaten mitgebracht, um die vier Wichtigtuer auf der Bühne zu bewerfen. Gilbert hat Glück, er sitzt wieder hinter dem lila Dreieck. Die Lokalpresse reagiert verständnislos.

1991
28.09. Bistro Arbat. Unsere Lieblingskneipe. Weil der Laden nicht so richtig läuft, macht die Band ein Benefizkonzert. Die Russen halten uns für Pink Floyd, aber es nützt nichts.

1992
25.01. Noch mal Arbat. Am nächsten Tag macht der Laden für immer dicht.

1994
Auf dem Vierspurrekorder entsteht die Demokassette heerapp. Hier noch ein Bild aus dieser Zeit.
26.11. Benefizkonzert fürs Arbeitslosenzentrum Wespennest. Freundliche Ankündigung, unfreundliche Kritik.

Ihr hattet ja alle so Recht.

Wenig später noch mal Berg Fidel.

1995
Bassist Tomi verlässt die Band, weil er nach Berlin zieht; seitdem arbeitet er als Solokünstler, zuerst unter dem Namen Igor Funky, später als Imotep. Die Band macht als Trio weiter und nennt sich unser eins. Filip wechselt von der zweiten Gitarre zum Bass, der Sound wird kompakter.

1996
unser eins zu dieser Zeit (mal wieder im Nordpark). Filip wird zum buddhistischen Bert Brecht, Oliver wird zu einer Art Besen mit Brille und Gilbert bleibt Gilbert. Leider gibts nicht so viele Konzerte, außer in der Bibliothek der Indogermanisten.

1997
Bei Vierspuraufnahmen in Filips Wohnung stößt Nachbar Kristian Senkler dazu, der damals noch langhaarige Gitarrengott aus der zweiten Etage. Er steigt zunächst bei der Parallelband IZ Lutig ein, in der auch Gilbert und Oliver gelegentlich spielen, wechselt dann aber fest zu unser eins. Der Rock'n'Roll ist wieder da.

1999
unser eins wird hörbar. Vorläufiger Karrierehöhepunkt: Konzert in der Luna-Bar am 18.06. vor verblüfften Bekannten und Verwandten. Wird aus den Jungs doch noch was? In jedem Fall ist unser eins sehr gut gekleidet. Filip steht der Bass auf immer besser. Unmittelbar danach verlässt Gilbert die Band aus beruflichen Gründen, um danach mit der legendäre Pini in Düsseldorf in der Bob-Dylan-Coverband Freewheelin' zu spielen. Auch Filip, ebenfalls aus beruflichen Gründen nach Düsseldorf gezogen, aber dann Rock'n'Roll-Pendler war, entdeckte hier seine Liebe zu His Bobness. Joko Keuschnig von Walter singt englisch übernimmt das Schlagzeug und setzt neue rhythmische Akzente, z.B. indem er liebend gerne Apfel spielt. Der Appetit auf Country und Rockabilly wächst.

Ein Freund rät: "Ihr müsst euch endlich entscheiden, ob ihr Kleinkunst oder Rock'n'Roll machen wollt." Die Band lehnt ab und man einigt sich auf den Mini-Rock.

2000
Ein Dieselgenerator, ein selbstgelötetes Mischpult und vier Tage Zeit. In einer verlassenen Kaserne bei Kerzenlicht ohne Heizung, Strom und fließendes Wasser entstehen die Aufnahmen zur ersten Platte.

unser eins tritt zum ersten Mal außerhalb von Münster auf. Im niedersächsischen Barnstorf haben Eingeborene eine Wahnsinnsparty mit sechs Live-Bands auf die Beine gestellt. Das erste Mal ohne Eltern und Freunde. Und das auch noch unter freiem Himmel. Zunächst Unsicherheit, Versagensängste, der Bass macht Zicken. Und die Leute? Tanzen ausgelassen! Was für eine Nacht! 200 neue Freunde.

Zurück in der Heimat. Straßenfest am Breul. 15.00 Uhr ist definitiv nicht die rechte Stunde für Rock'n'Roll. Nicht einmal für Mini-Rock. Die Polizei greift ein. Niemand greift zurück. Der Prophet...

2001
Endlich ist "mir" fertig. Fünf Songs drängeln sich auf einer 7"-Vinyl-Platte. Die Band nennt sich ab jetzt unsereins.

20.01. Marions Fete in Hassos Keller beweist: unsereins ist absolut partytauglich. Danach bestellen wildfremde Menschen "mir" übers Internet. Herzliche Grüße, anzügliche Angebote. usw. trudeln auf Überweisungsträgern ein.

5.5. Die Westfälischen Nachrichten kommen auf den Geschmack. Schnell und schmutzig, so muss es sein.

8.5. Record-Release-Party in der Luna-Bar. Das volle Programm mit Ratespiel, Plattenlecken und Autogramme schreiben. Gaststar Tim hat extra für diesen Anlass einen Song komponiert und vorgetragen: Rock'n'roll! Und was sagt die Presse? Die Westfälischen Nachrichten halten weiter an der Handorf-Lüge fest, haben aber offenbar das Wesentliche verstanden. Fotograf Gerd Beike von der MZ fühlte sich offenbar auf den Schlips getreten, als Oliver just in dem Moment, in dem sie sich zum Fotografieren direkt vor ihm aufbaute, singen musste: "Ich seh noch, wie der Wind dir durch die dünnen Haare streichte - ich hätt es gern erlebt, als es noch zum Kämmen reichte." So geht der Song nun mal. Tja, wer nur für fünf Minuten vorbeischaut, kann halt Pech haben und einen aus dem Zusammenhang gelösten Vers völlig falsch verstehen.

27.5. Kneipengig in der Frauenstraße 24 in Münster.

22.06. Gartenparty am Breul. unsereins als Geburtstagsgeschenk für Berti und die tapferen Country-und-Western-Helden von Hanks Order. Nach Polizeibesuch verwandelt sich die Veranstaltung in einen Mittsommernachts-Lagerfeuer-Song-Contest.

14.07. Party-Konzert, wieder mit Hanks Order, diesmal unter der Kanalüberführung zwischen Gelmer, Gittrup und Fuestrup. Regen links, Regen rechts, über uns der Kanal und neben uns die Ems. Sehr elementar. Das alte Generator-Feeling kommt wieder auf.

07.11. Kneipengig mit strand in der Cocktailbar im Odeon, Münster. Erst Hektik beim Aufbau, dann ein gelungenes Doppelkonzert. Deren Bassist Ed hat Geburtstag. Und am dicken Ende, das man bekanntlich nicht vor dem Einschlafen loben soll, müssen wir leider feststellen, dass das Odeon nicht mehr ist, was es mal war, und dass manchen Gastronomen einfach jedes Einfühlungsvermögen für das empfindliche Gemüt eines Rock'n'Rollers fehlt. Wir müssen zum ersten Mal in unserer Karriere unsere Getränkerechnung bezahlen. Saftladen.

19.11. unsereins spielt zusammen mit Spind im Gleis. Die WN schließt Freundschaft und nennt uns laute Postrocker. Die Zeiten des Mini-Rocks scheinen vorbei zu sein.

2002
Im Frühjahr spielen wir in Düsseldorf-Unterbilk im Café Modigliani im Jazzkeller, Filips Stammkneipe während der Düsseldorfer Phase. Hier probt auch die Bob-Dylan-Cover-Band Free Wheelin', in der Filip den Bass übernimmt. Das ganze lebt von der einzigartigen Pini Libra, her Bobness in Person. Oh, Sister, am I not a brother to you? Am Tag darauf steht einer der legendär-chaotischen Free-Wheelin'-Gigs im Düsseldorfer B-Künstler-Milljöh an. Ein Maler mit Hut hat Ausstellungseröffnung in einem Irish-Pub in der Altstadt und Free Wheelin' macht den schrägen Sound. Joko rettet den Tag, indem er ohne zu proben das ganze Konzert am Schlagzeug bestreitet. Oli spielt spontan Gastgitarre und -mundharmonika. Kurz danach steigt Gilbert als fester Schlagzeuger bei Free-Wheelin' ein.

15.06. unsereins spielt nochmal in Düsseldorf, diesmal im Spektakulum in Benrath. Der Abend ist sehr poetisch, weil wir als Zwischenmusik einer Dichterlesung mit Tina Übel gebucht sind. Es gibt einen richtigen Backstageraum und Catering (so heißt unter Profis das Essen für Musiker).


Auch Joko zieht nach Berlin und wird Schlagzeuger bei Hauptstadtpolka. Gegen Ende des Jahres gibt es noch zwei Konzerte. Das erste auf der Party von so'n'so, das zweite im Sünder. Die Veranstaltung ist gleichzeitig die Record-Release-Party von Olis erster Soloplatte Strahlenpistole 2. Bund. Außerdem beginnt er mit dem Konzert die Herausgabe von 15 CD in den folgenden drei Jahren, worüber die WN sehr erstaunt ist. Dennoch ist es ein lustiges Konzert mit vielen Gästen wie z.B. Anne von blue mode und Berti von Hanks Order bzw. den Pep Stalkers

2003
Erst mal passiert sehr wenig. Filip zieht nach Münster zurück. Unsereins probt selten, weil Joko verständlicherweise nicht jeden Donnerstag aus Berlin anreisen kann. Als Nebenprojekt gründen Oli und Filip blue mode. Anne singt, Chrissi trommelt und Kristian steigt zunächst als Gastgitarrist mit ein. Und dann passiert noch etwas Tolles: Wir finden endlich einen neuen Schlagzeuger. Mit Olis Fußballkumpel Jörg kommt ein kompetenter Rocker in die Band, der die Dinge von hinten aufrollt. Rock is coming home. Die ersten 6 Solo-CDs aus Olis Serie trudeln nach und nach ein und wir wundern uns über all die tollen Songs. Hier ein älteres Foto [einfügen Link], das zeigt, wie einige dieser Songs entstanden sind.

Am 5. Dezember geht Oliver bei einem Folk-Song-Contest ins Rennen: Unter dem Motto "Ein Lied für Münster" treten 10 lokale Folkies an, um die ultimative Münster-Hymne schaffen. Oli ist natürlich der Gewinner, bekommt aber keinen Preis, weil die ignorante Jury ihn übersehen hat und das Party-Publikum einen Karnevalssong von den bescheuerten heiligen drei Nikoläusen auf den ersten Platz klatscht. Was will man machen?

2004
Wir werden immer größere Fans von Jörg und er von unserem alten Repertoire, dem er seinen eigenen Stempel aufdrückt. Endlich das erste Konzert in der neuen Besetzung: Am Samstag, den 10.07. spielen wir zum zweiten Mal spontan auf einer Party unter der Kanalüberführung bei Münster-Gelmer. Wir haben Sand in den Schuhen und die Premiere mit Jörg war ein echter Erfolg, wenn auch nur im privaten Rahmen.

In der Zwischenzeit haben wir so viele neue Songs gemacht, dass wir unbedingt ein paar davon aufnehmen müssen, bevor wir sie wieder vergessen. Wir gehen im Dezember in den Keller zum Aufnahmeleiter unseres Vertrauens, Reiner Wyen, der auch schon die Blue-Mode-CD so gut produziert hat. Diesmal wollen wir alles live und ganz schnell und dreckig aufnehmen. Klappt prima. Mehr Songs für weniger Geld. Das ganze Jahr wird begleitet vom Erscheinen weiterer Oliver-Becher-Solo-CDs, eine erstaunlicher als die andere.

2005
Unser alter Schlagzeuger Joko designt das Cover für die neue CD, die "Wimmern im Kabuff" heißen wird und sieben natürliche Songs enthält. Wir werden eingeladen, am 21. Juni zur Mittsommernacht in Berlin auf der Fète de la Musique zu spielen, in Friedrichshain auf der Bühne der Octopussy-Bar. Die Berliner Münster-Kolonie erscheint geschlossen, das eingeborene Publikum zeigt sich eher verschlossen. Wir rocken unter freiem Himmel und verblüffen vor allem durch verständliche und unverständliche Texte. Zwei nette Menschen von einem tschechischen Plattenlabel zeigen sich interessiert, aber sie müssen wohl unsere Telefonnummer verloren haben, denn sie melden sich nie wieder. Der Abend versinkt in einem gigantischen Gewitter.

Wieder zurück in der lebendigen Mitte Westfalens spielen wir am 16.07. auf dem Louie-Louie-Festival in Ellens Picknick-Park. 10 Punkbands und wir covern auf Bertis Befehl den berühmten Song Louie, Louie. Wir graben einen besonders bescheuerten Text aus und machen aus der Musik eine absolut nicht wiedererkennbare Country-Version. Kommt selbst bei den Punkern gut an. Der Abend endet damit, dass wir auf Plastik-Blockflöten Louie, Louie spielen wie Albert Ayler auf Speed und ein Akkordeon-Spieler uns zu seiner Hausabbruch-Party einlädt. Wann meldet der Sack sich endlich?

Im Oktober schaffen wir es schließlich, das sehr kompliziert zu klebende aber auch sehr schöne Cover unserer nicht mehr ganz so neuen CD "Wimmern im Kabuff" in mühsamer Handarbeit zumindest für eine erste Auflage von 15 Stück herzustellen. Wir schicken die CDs raus in die Welt, aber sie scheint niemanden zu interessieren.

2006
21.01. Nach einem fatalen Missverständnis klärt sich endlich auf, dass Frank Dietrich, der Booker vom Gleis 22 in Münster, "Wimmern im Kabuff" gut findet und so spielen wir als Vorgruppe im besten Club Deutschlands, wenn man den Leser-Polls zahlreicher Studenten- und Musikmagazine glauben darf. Hauptact ist Bernadette la Hengst, die eine souveräne Show hinlegt. Aber im Stadt-Land-Fluss vor dem Auftritt schlagen Kristian und Jörg sie und ihre Tontechnikerin Kathrin haushoch. Man kann nicht alles können. Frau auch nicht. Das Konzert ist gleichzeitig die Record-Release-Party für unsere überhaupt nicht mehr neue CD Wimmern im Kabuff. Ralf kauft sogar eine. Danke!

Im Frühjahr kommt Oliver mit einem Haufen toller neuer Songs um die Ecke. Ganz ruhig, bluesig, hypnotisch, wahrhaftig und wunderschön. Sie zu spielen ist wie eincremen. Uns fällt auf, dass wir in diesem Jahr 20-jähriges Bandjubiläum haben, zumindest Oliver und Filip. Da müsste man doch mal was Großes draus machen. Machen wir aber nicht. Stattdessen wird Oliver krank. Viel mehr krank, als wir zuerst ahnen. Keine Proben, keine Aufnahmen, keine Konzerte. Aber das wird alles immer unwichtiger. Wir erleben einen furchtbaren Sommer voller Hoffen und noch mehr Bangen. Und das hat leider nichts mit der Fußball-WM zu tun. Oli kommt wieder ins Krankenhaus. Am 8. September stirbt Oliver an seinem schweren Krebsleiden.

Mit Olivers Tod endet so vieles. Auch die kleine Geschichte der Band unsereins.